Programm
Veranstaltung
- Titel:
- Musica sacra-Kammerkonzert „Auf Concerten Manir“
- Wann:
- 22.09.2009 20.00 Uhr
- Wo:
- Kapuzinerkirche -
- Kategorie:
- Kammerkonzert
Beschreibung
Barockmusik von Heinrich Schütz und seinen Zeitgenossen
Hans Leo Hassler: Intrada
William Byrd: The Earl of Salisbury’s Pavane
Heinrich Schütz: Attendite, popule meus, legem meam
Michael Praetorius: Fünf Französische Tänze
Arcangelo Corelli: Sonata da chiesa op. 3 Nr. 7
Thomas Selle: Domine, exaudi orationem meam
Giovanni Pierluigi da Palestrina: Ricercar sel primo tuono
Johann Rudolf Ahle: Herr, nun lässt Du Deinen Diener
Daniel Speer: Zwei Sonaten für drei Posaunen
Giovanni Giacomo Gastaldi: Amor vittorioso
Jacques Arcadelt: Il bianco e dolce cigno
Samuel Scheidt: Canzon
Heinrich Schütz: Fili mi, Absalon
Klaus Mertens, Bass Bariton
Datura Posaunenquartett
Arnold Ilg, Barockcello
Susanne Rohn, Orgel
Eintrittspreise: 15,50/14,-/9,50 € und Ermäßigungen
Ein Klangerlebnis, das unter die Haut geht …
Schon im Jericho des Alten Testamentes gewinnt die Posaune an Bedeutung in ganz bestimmten Zusammenhängen. War Sie zur Zeit des Alten Testaments vor allem ein Signalinstrument für kriegerische, kultische oder öffentliche Ereignisse, so ging ihre Funktion im Neuen Testament eindeutig in Richtung Endgericht Gottes: Mit lautern Posaunenschall rufen Engel die Auserwählten Gottes zusammen und kündigen den Verdammten das Endgericht an (Mt. 24, 31). In diesem Zusammenhang gibt es offenbar kein geeigneteres Instrument als die Posaune. Schon früh nutzten Komponisten wie Monteverdi (z.B. im L’Orfeo), Schütz (in seinen Symphoniae sacrae), nicht zuletzt Händel in der berühmten und so eindrücklichen Arie seines Messiah „The trumpet shall sound“ (auch hier ist ganz eindeutig die Posaune gemeint), die einmaligen Farben und Klangqualitäten dieses Instrumentes.
Auch mich hat der archaische Sound der Posaune stets fasziniert und lange schon suchte ich nach Möglichkeiten der Kombination mit meiner Stimme. In den wunderbaren Spielern des Datura-Quartetts fand ich schließlich die Erfüllung. Alleine schon der Gedanke, dass diese Spezialisten der modernen Posaune (allesamt sind sie Meister dieses Instrumentes in führenden Positionen bester deutscher Orchester) sich noch während ihres Studiums quasi zugleich in die engmensurierte Frühform dieses Instrumentes verliebten und seither das Quartettspiel auf allerhöchstem Niveau pflegen, ist für mich etwas ganz besonders. Diese Spieler schließlich, entsprechend unterstützt vom Basso continuo oder auch als reines Posaunenquartett dann in sauberster Intonation und großer Musikalität vierstimmig spielend zu erleben, geht zwangsläufig unter die Haut, zumal im herrlichen und mit Hall ausgestatteten Kirchenraum.
Die Vermutung, dass ein solches, ja naturgemäß tief klingendes Instrumentarium wohl am besten von einer höhen Solostimme kontrastiert werden sollte, erwies sich spätestens dann als Irrtum, als wir unsere gemeinsamen Proben begannen. Die tiefe Männerstimme lässt sich vielmehr perfekt mit dem Posaunenklang kombinieren, ja verstärkt dieses so spezielle Klangerlebnis.
Klaus Mertens
Veranstaltungsort
- Ort:
- Kapuzinerkirche
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